Wie VAR den Fußball verändert

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Die Feuerprobe auf internationaler Ebene hat der in der Bundesrepublik lange umstrittene Videobeweis durch den Video Assistent Referee (VAR) zumindest auf internationaler Ebene hinter sich. Dabei helfen Schiedsrichter an Bildschirmen im Kontrollraum, Tore zu überprüfen, umstrittene Elfmetersituationen unter die Lupe zu nehmen sowie sicher zu stellen, dass Rote Karten nicht zu Unrecht ausgegeben werden und Strafen tatsächlich an den richtigen Mann gehen.
In Deutschland, wo der Videobeweis seit der Saison 2017/2018 eingesetzt wird, ist das VAR-Team klein. Ein einziger Schiedsrichter sitzt vor dem Monitor, und zwei Assistenten stellen ihm verschiedene Kamerablickwinkel zur Verfügung. Doch weil bis vor kurzem die Zuschauer keinen Einblick in die Vorgänge, beziehungsweise Entscheidungen, aufgrund des Videomaterials haben, hat so manche Handlung in deutschen Stadien zu Unmut geführt.

Im Gegensatz dazu stand der VAR-Einsatz während der Fußball-WM in Russland. Das lag auch an der Zahl der eingesetzten Männer und Kameras. Die FIFA hat prinzipiell außer Schieds- und Linienrichtern vier weitere Referees und vier zusätzliche Videooperatoren für den Videobeweis im Einsatz. Außerdem werden Aufzeichnungen auf bis zu 35 Kameras pro Spiel gemacht – beim DFB sind es in der Regel 17. Acht der Kameras verfügen über eine Super-Zeitlupe, vier sogar über eine Ultra-Zeitlupe. Zuschauer können die Entscheidungsfindung live mitverfolgen. Die beiden Abseitskameras bleiben allerdings geheim. 

Das endgültige VAR Ergebnis während der WM 2018 in Russland: Insgesamt wurden in den 48 Spielen der Gruppenphase 335 Vorfälle durch die VAR-Leute im Kontrollraum untersucht, die auch etliche zusätzliche Elfmeter entschieden. Laut Schiedsrichterkommission lag die Richtigkeit der Entscheidungen in der gesamten Gruppenphase auch dank VAR bei 99,3 Prozent.
Darunter waren etliche spielentscheidende Momente. In der Begegnung Deutschland gegen Südkorea erkannte der Schiedsrichter den Koreanern das erste Tor wegen Abseits ab, nur um durch den Videobeweis eines Besseren belehrt zu werden – der ausschlaggebende Pass kam von Toni Kroos. Südkorea ging als Sieger vom Platz.
Blamabel ging es auch für Brasiliens Star Neymar aus, der im Spiel gegen Costa Rica dramatisch zu Boden ging. Der Schiedsrichter gab zunächst einen Elfmeter, zog den aber nach Prüfung des Videobeweises zurück.

Deutsche Fans, die gehofft hatten, ähnlich unumstrittene VAR-Resultate auch in der neuen Bundesliga-Saison zu sehen, sind allerdings bisher enttäuscht worden. Gleich am ersten Spieltag wurde im Spiel der TSG Hoffenheim gegen Bayern München auf die Überprüfung eines umstrittenen Fouls durch VAR verzichtet. Beim Spiel Wolfsburg gegen Schalke wurde eine Gelbe Karte nach dem Studium der Videobilder in Rot umgeändert und dann nach einer zweiten Überprüfung doch wieder in Gelb umgewandelt.

Um den Assistenten die Prüfung von Abseitssituationen zu erleichtern und den Zuschauern das Geschehen verständlicher zu machen, ist seit dem Beginn der neuen Saison der Videobeweis leicht verändert worden. Die Video-Assistenten können jetzt im Kontrollzentrum kalibrierte Abseitslinien auf den Monitoren sehen, und für die Fans im Stadion werden auf den Bildschirmen kurze erklärende Textblöcke eingeblendet.
Damit werden sie darüber informiert, welche Situation die Video-Assistenten prüfen (Tor, Strafstoß, Rote Karte oder Spielerverwechslung) und welche endgültige Entscheidung der Schiedsrichter auf dem Platz trifft.

Noch scheinen sowohl Fans als auch Profis allerdings einiges an Verbesserungsbedarf zu sehen, ehe der Videobeweis in der Bundesliga die gleiche Akzeptanz erfährt wie bei der WM.

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